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Griechenland hat eine Linksregierung gewählt. Geht deshalb die Welt unter?

Nein, ganz und gar nicht. Die Leute haben das getan, was sie aus ihrer Sicht tun mussten, nämlich eine völlig falsche Politik abzuwählen.

I.

Dass Griechenland seinerzeit große wirtschaftliche Probleme (bekommen) hat ist unstreitig. Die sogenannten Rettungsmaßnahmen der Staaten der EU und der Weltbank haben aber zu folgendem Ergebnis geführt:

Die derzeitige tiefe (wirtschaftliche) Depression in Griechenland ist vergleichbar mit der Weimarer Zeit (Brüning) und war der Preis für die Rettung der Banken und Versicherungen, insbesondere in der EU.
Jetzt überlässt man den vorhersehbaren Schuldenschnitt dem Steuerzahler, der schon seit jeher vermutet, dass er wieder der Dumme ist.

Politiker, die nicht einmal die einfachsten wirtschaftlichen Zusammenhänge verstehen, haben die Bevölkerung Griechenlands ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Dies konnte nur geschehen, weil eine korrupte Bande von Regierungs- und Parteimitgliedern dabei geholfen haben, die auch „nur“ ihre Vermögen retten wollten.

Soll Griechenland wieder auf die Beine bekommen, bedarf es einer erheblichen Erhöhung der Nachfrage, zu Deutsch die Leute benötigen Geld z.B. durch Arbeitsplätze mit einer angemessenen Bezahlung.

II.

Jede Rendite wird ausschließlich von den Leuten erwirtschaftet, die Produkte und Dienstleistungen kaufen und Steuern zahlen.

Denn letztlich kann Rendite auch über Staatsanleihen nur funktionieren, wenn es Schuldner gibt, also jemanden der Geld ausgibt, auch wenn er es sich leihen muss. Dazu bedarf es der wirtschaftlichen Voraussetzungen, z.B. einer minimalen Bonität wie einen festen Arbeitsplatz.

Kein Unternehmer investiert und beschäftigt Arbeitnehmer, wenn es keine Aussicht auf Umsatz gibt, der tatsächlich bezahlt wird. Da nützt es auch nicht den „Markt“ mit Geld zu fluten, das ohnehin nur in Wertpapieren angelegt wird, um die Kurse in die Höhe zu treiben anstatt in Investitionen, z.B. in die Infrastruktur.

III.

Natürlich ist es nur mehr als angemessen, dass hohe Vermögen – insbesondere Geldvermögen – angemessen besteuert werden. Dazu ist die Frage zu stellen, wie diese Vermögen entstanden sind. Hier kann eine Offenlegung der Konten hilfreich sein.

So, wie schon heute der Fluss des Bargeldes kontrolliert wird, kann man auch hier nachfragen, woher große Geldmengen stammen.